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Nicht
jeder, der sich für Reiki interessiert, hat bereits eine
Behandlung bekommen, einen Informationsabend besucht oder ein Buch
darüber gelesen. Jürgen Kindler gibt eine Einführung,
wie Reiki entstanden ist, was alles dazu gehört und vor allem, wie
es heutzutage praktiziert wird.
Was ist Reiki?
Wenn Sie jemanden, der Reiki gelernt hat, danach fragen, was
Reiki ist, dann könnten sie folgende Antworten bekommen: "Reiki ist
eine japanische Form des Handauflegens“, "Reiki ist ein spiritueller Weg
zu sich selbst“, "Reiki ist eine alternative Heilmethode". Ein bisschen
verwirrend, nicht? Dabei sind alle Antworten richtig.
Der Beginn von Reiki, die Wiederentdeckung durch Dr. Mikao
Usui, hat der Legende nach gegen Ende des letzten Jahrhunderts
stattgefunden. Ich sage "Legende", weil bis heute keine wissenschaftlich
gesicherte Biografie von Dr. Usui bekannt geworden ist. Die
mündliche Überlieferung beruht auf Angaben von Hawayo Takata
(siehe unten) und einigen Hinweisen der neueren Zeit.
Auch wenn es von Reiki-Meister zu Reiki-Meister teilweise erhebliche
Unterschiede in den Details der Geschichte gibt, so sind doch die
Übereinstimmungen größer als die Unterschiede. Bei der
"ungekürzten Fassung" der Reiki-Geschichte kann man eine ganze
Stunde zuhören - hier daher nur eine kurze Version.
Die Reiki-Geschichte
Dr. Mikao Usui, der Wiederentdecker von Reiki, lehrte gegen Ende des
letzten Jahrhunderts an einer christlichen Schule in Japan. Eines Tages
wurde er von einem seiner Schüler gefragt, ob er denn
vorführen könne, wie Jesus geheilt hat. Es stehe doch in der
Bibel: "Ihr werdet all’ dies tun könnnen und noch viel mehr."
Usui wusste auf diese Frage keine Antwort, war
jedoch berührt durch die Tiefe und Ehrlichkeit, mit der sie
gestellt worden war. Eigentlich war es etwas, wonach er selber schon
gesucht hatte.
Er legte sein Amt nieder und begab sich auf die Suche in verschiedene
Teile der Erde. Er dachte sich: In einem christlichen Land würde
man wohl mehr darüber wissen, doch fand er keine Hinweise. Bei
seinen Reisen erfuhr er, dass in älteren Traditionen des Buddhismus
geheilt wurde. Er beschloss, wieder nach Japan zurückzukehren, um
dort weiterzusuchen.
Er fand schließlich ein Kloster, in dem es ihm erlaubt war, alte
Schriftrollen zu studieren, die vermutlich von einem Schüler
Buddhas geschrieben worden waren. Er las und meditierte tief über
die dort enthaltenen Worte.
Eines Tages fand er in den Schriften Hinweise auf körperliche
Heilung. Er versuchte deren Anwendung, aber kam zu keinem Ergebnis. In
einer tiefen, 21-tägigen Meditations- und Fastenzeit auf einem
heiligen Berg in der Nähe von Kyoto erhielt er Einsicht, wie die in
den heiligen Schriften enthaltenen Symbole und Handlungsanweisungen
für Heilung zu verwenden waren. Reiki war geboren.
Die Lebensregeln
Usui ging zunächst in die Bettlerviertel von großen
Städten, um die Menschen von ihren Leiden zu befreien und ihnen
Gelegenheit zu geben, wieder Arbeit zu finden und ein sinnvolles Leben
zu führen. Er ging in mehrere Städte, und als er nach einem
Jahr wieder einige seiner Schützlinge traf, die aber immer noch
bettelten und ihrem Leben keinen Sinn gegeben hatten, da merkte er, dass
zur Heilung mehr gehört, als nur den Körper zu heilen. Auch
die geistige Einstellung muss verändert werden. Er fügte die
Lebensregeln hinzu:
Gerade heute, ärgere
dich nicht.
Gerade heute, sorge dich nicht.
Verdiene dein Brot ehrlich.
Ehre deine Lehrer, die Eltern und die Älteren.
Sei dankbar gegenüber allem, was lebt.
Nach Usui's Tod führten viel seiner
Schüler, die er zum Meister eingeweiht hatte, sein Vermächtnis
fort. Darunter auch Dr. Chujiro Hayashi, ein pensionierter Offizier der
kaiserlichen Marine. Hayashi war Arzt und setzte Reiki systematisch zur
Heilung ein. Er eröffnete eine Klinik in Tokyo und betreute dort
Menschen über einen Zeitraum von sechs Monaten bis zu einem Jahr.
Dabei machte er höchst erstaunliche Erfahrungen und erzielte viele
Heilungen.
Frau Hawayo Takata, die einmal Reiki in den Westen bringen sollte,
wurde während ihrer Suche nach Heilung ungefähr 1930 in diese
Klinik geführt. Takata war 1900 auf der Insel Hawaii geboren
worden. Mit dreißig Jahren verlor sie früh und unerwartet
ihren Mann. Über diesen Verlust erkrankte sie selbst an einem
gutartigen Tumor, den sie in Tokyo operieren lassen wollte. In der
Klinik riet ihr mehrfach eine innere Stimme, nach einer anderen
Heilmethode zu fragen. Nach kurzem Zögern vertraute sie der Stimme
und fragte, ob es vielleicht eine andere Methode der Heilung geben
würde.
Sie wurde schließlich in der Klinik von
Dr. Hayashi behandelt, und schon nach zwei oder drei Behandlungen wusste
sie, dass sie Reiki erlernen wollte, um nicht bei jeder Erkrankung von
ihrer Heimatinsel Hawaii nach Japan fahren zu müssen. Trotz
anfänglicher Schwierigkeiten gelang es ihr Hayashi zu
überzeugen. Nach einem Jahr Aufenthalt in Tokyo und intensiver
Praxis in der Klinik von Hayashi erhielt sie den zweiten Grad.
Reiki in Amerika
Zurück in Hawaii, eröffnete Takata in ihrem Haus eine eigene
Reiki-Klinik. Bei einem Besuch von Hayashi wurde sie zur Reiki-Meisterin
eingeweiht; bald gab sie eigene Kurse auf der Insel und später auch
auf dem Festland.
Später hatte Hayashi Vorahnungen, dass Japan bald in einen Krieg
mit Amerika eintreten würde. Er rief Takata zu sich und gab ihr
Anweisungen, wie sie sich während des Krieges zu verhalten habe, um
ohne Schaden davonzukommen. Er selbst starb bald darauf, um einen
Konflikt zwischen seinen Vaterlandspflichten und seinem
Reiki-Meister-Sein auf ehrenhafte Weise beizulegen. Er ernannte Takata
zu seiner Nachfolgerin.
Nach dem zweiten Weltkrieg gab Takata vorwiegend Behandlungen, und dies
ganztags. Wo Nachfrage war, unterrichtete sie Reiki-Kurse und
verbreitete so Reiki auf dem ganzen amerikanischen Kontinent. Für
lange Zeit gab es außer Takata wohl keinen anderen Reiki-Meister
in der westlichen Welt. Nach dreißig Jahren Reiki-Praxis begann
sie gegen Ende der siebziger Jahre andere Meister einzuweihen. Bei ihrem
Tod im Jahre 1980 gab es 22 Reiki-Meister, die von ihr eingeweiht worden
waren.
Die Nachfolge
Es war Takata's Wunsch, dass ihre Enkeltochter, Phyllis Lei Furumoto,
ihre Nachfolgerin werden sollte. Obwohl schon früh in Reiki
eingeweiht, zeigte diese zunächst wenig Interesse an Reiki und ging
einer eigene Karriere nach. Erst, als sie ihre Großmutter auf
einer Südamerikareise begleitete, entdeckte sie Reiki für
sich und wurde von Takata zur Reiki-Meisterin ausgebildet.
Nach dem Tod von Takata wurde Phyllis Furumoto von den anderen Meistern
als Nachfolgerin ihrer Großmutter anerkannt. Doch war dies auch
die Zeit, in der sich die ersten eigenen Richtungen entwickelten. So
führt Dr. Barbara Ray die "AIRA" (heute: TRTAI) an, die
insbesondere in den ersten Jahren eine kritische Haltung den anderen
Meistern gegenüber hatte.
Ein Jahr nach dem Tod von Takata rief Phyllis Furumoto die Meister zu
einer Gedenkversammlung zu Ehren Takatas zusammen. Aus diesem Treffen
entstand später die "Reiki Alliance", eine weltweite Vereinigung
von Reiki-Meistern. Furumoto selber ist 1992 aus der Reiki Alliance
ausgetreten, weil dies die Organisation in der Entwicklung
unterstützen sollte, eine eigene Meinung, unabhängig von der
Großmeisterin, zu finden. Dennoch ist sie häufig auf der
jährlichen Konferenz der Reiki Alliance anwesend, und hält
dort auch Vorträge über Reiki.
Im Jahr 1988 hat Frau Furumoto bekannt gegeben, dass Meister selber
Reiki-Meister einweihen dürfen. Obwohl Takata allen Meistern gesagt
hatte, dass sie einen Meister einweihen könnten, verzichtete
zunächst die überwiegende Zahl zugunsten der
Großmeisterin auf diese Möglichkeit.
Wie gesagt, dies ist eine gekürzte Form der Reiki-Geschichte, und
einige eigentlich wichtige Details habe ich nur in einem Nebensatz
angedeutet. In jedem der gängigen Reiki-Bücher gibt es eine
ausführliche Version zu lesen.
Wie lernt man Reiki?
Reiki wird in verschiedenen Stufen, den sogenannten Graden gelehrt.
Bereits nach dem 1. Grad, der
meist an einem Wochenende gelehrt wird, kann man sich und anderen die
Hände auflegen.
Während eines Seminars für den ersten Grad lernt der
Teilnehmer zwei Formen des Händeauflegens: Die Eigenbehandlung (man
hat sich ja selbst immer dabei und kann sich immer und überall
Reiki geben), und die Ganzbehandlung. Zusätzlich wird die
Reiki-Geschichte erzählt, die Lebensregeln erläutert und
Fragen werden beantwortet. Je nach persönlicher Auffassung des
Reiki-Meisters wird auch auf Hintergründe von Krankheit und Heilung
eingegangen, obwohl diese Zusammenhänge zum Verständnis von
Reiki nicht unbedingt notwendig sind. Andere Meister wiederum legen mehr
Wert auf Selbsterfahrung und geben den Teilnehmern mehr Raum, emotionale
Muster aufzuarbeiten. Das Wichtigste ist jedoch, dass Reiki in den
Kursen auch angewandt wird. Während des 1.-Grad-Seminares
erhält der Teilnehmer vier Einweihungen.
Die Preise reichen von 50 bis 200 Euro.
Dauer: ca. 2 volle Tage (vier Treffen, manchmal auf vier Abende
oder ein verlängertes Wochenende verteilt).
Mit dem 2. Grad erhält man
die Möglichkeit, den nicht-körperlichen Bereichen menschlichen
Seins (Psyche, Geist, Seele, Verstand) gezielt Reiki zu geben. Auch
lernt man, Reiki zu abwesenden Personen zu schicken ("Fernreiki"). Die
Möglichkeit, Fernreiki zu schicken, klingt in vielen Ohren sehr
unwahrscheinlich. Es ist jedoch millionfach erprobt und es funktioniert.
Während des 2.-Grad-Kurses werden drei sogenannte "Symbole"
gelehrt und der Teilnehmer erhält eine Einweihung.
Die Preise für den 2. Grad reichen von 100 bis 600 Euro.
Dauer: 1-2 Tage.
Der 3. Reiki Grad wird
"Reiki-Meister", manchmal auch "Reiki-Meister/Lehrer" genannt. Bei
einigen Abzweigungen der Überlieferung wird der Meistergrad in
weitere Stufen unterteilt und entsprechend gelehrt. Wer Reiki-Meister
der klassischen Art ist, kann andere Menschen in den ersten, zweiten und
Meister-Grad einweihen. Die Ausbildung zum Reiki-Meister ist nicht
einheitlich geregelt und wird von Meister zu Meister äußerst
unterschiedlich gehandhabt.
Die Preise für die Meister-Ausbildung reichen dementsprechend von
1.000 bis 10.000 Euro. Dauer: 1 Tag bis zu einem Jahr und länger.
Es gibt mittlerweile auch viele Reiki-Meister und -Meisterinnen, die
Einzelkurse anbieten. Die Regel ist jedoch, dass mehrere Reiki-Lernende
zu Kursen zusammengefasst werden.
Ein aktuelles Verzeichnis von Reiki-Meistern bietet das Reiki Magazin
in seiner Adressliste.
Jede Stufe in dem Usui System der natürlichen Heilung ist ein in
sich abgeschlossener Weg zu Reiki und bietet einen "neuen" Zugang zu
Reiki. Die einzelnen Grade lassen sich nur schwer vergleichen. Ein
Schüler des zweiten Grades hat ganz andere, eigene Erfahrungen und
Einsichten mit den Reiki-Symbolen als ein Schüler des ersten Grades
mit seinen mehr oder weniger warmen Händen. Auch ein Reiki-Meister
übt und praktiziert weiterhin das Handauflegen des 1. Grades.
Reiki ist mit dem ersten Grad eigentlich schon vollständig. Erst
in der jüngeren Zeit ist es dazu gekommen, dass der 2. Grad und der
Meister-Grad von vielen Leuten erlernt werden. Entgegen weit
verbreiteter Meinung besteht keine Notwendigkeit, die zweite Stufe zu
erlernen. Viele Meister heben hervor, dass es viel mehr bringt, sich
regelmäßig selbst Reiki zu geben, als sich zu schnell auf den
nächsten Reiki-Grad zuzubewegen.
Das Reiki-Zeichen
"Reiki" ist ein japanisches Wort. Im Japanischen werden Worte
durch Bilder repräsentiert. So läßt sich auch für
das Reiki-Schriftzeichen eine reiche Bildsprache zurückverfolgen.
Die gegenwärtige Schreibweise stellt die vereinfachte Schreibform
der japanischen Gegenwart dar. "Rei" (die obere Hälfte des
Zeichens) bedeutet "universal", "Ki" (die untere Hälfte) bedeutet
"Kraft".
"Ki" ist ein häufig verwendeter Ausdruck in der asiatischen
Kultur. Alles ist von Ki durchdrungen. Ohne Ki lebt nichts. In den
Kampfsportarten wird mit Ki gekämpft, bei Reiki wird mit einer
speziellen Form des Ki, eben Rei-ki, geheilt, oder besser: das ReiKi des
Behandelten wird verstärkt, bzw. bei der Einweihung wird der
Eingeweihte mit seiner eigenen Urkraft wiederverbunden. Einige kennen
den Begriff "Ki" aus eigener Erfahrung: Auch in dem Wort "Qi Gong" und
"Tai Chi Chuan" steckt das Wort "Ki".
Die Reiki-Einweihungen
In jedem Reiki-Kurs gibt es eine oder mehrere "Einweihungen".
Dies ist der für viele rational denkende Menschen am wenigsten
nachvollziehbare Teil in Reiki, zumal die Teilnehmer gebeten werden, die
Augen zu schließen. Die Einweihungen, von manchen Meistern auch
"Einstimmungen" genannt, sind vermutlich der wichtigste Teil von Reiki,
denn durch sie wird Reiki "eingeschaltet".
Rein äußerlich betrachtet, führt der Meister dabei an
dem Reiki-Schüler ein Ritual aus, welches er von seinem Meister
erhalten hat. Was innerlich passiert, ist schwer zu beschreiben. Jeder
Meister hat dabei seine eigenen, tiefen Erfahrungen und entwickelt dabei
sein eigenes, tieferes Verständnis für Reiki.
So wie Menschen verschieden sind, so haben auch die Schüler ganz
verschiedene Eindrücke von den Einweihungen: Während die einen
nichts besonderes spüren, sind andere tief berüht, weinen,
oder machen andere tiefgreifende Erfahrungen während der
Einweihungen.
Durch das Ritual wird der Schüler auf "wundersame" Weise mit Reiki
verbunden. Manche Meister erklären es so, dass der Schüler
wieder an seine in ihm liegende Reiki-Kraft erinnert wird. Andere
wiederum führen aus, dass ein "Reiki-Kanal" geöffnet wird oder
dass verschiedene Chakren aktiviert werden.
Wie die Erklärung auch heißen mag, letztendlich bleibt
dieser Teil von Reiki "unverständlich" in dem Sinne, dass er durch
den normal denkenden, linearen Verstand nicht erfasst werden kann.
Die Reiki-Behandlung
Wenn jemand sagt, er "bekomme Reiki", dann meint er meistens,
dass er eine "Reiki-Behandlung" erhält. Jeder, der den ersten
Reiki-Grad erlernt hat, kann sich und andere Menschen mit Reiki
behandeln. So eine Behandlung dauert in der Regel sechzig bis neunzig
Minuten. Der Behandelte liegt dabei auf einer bequemen Unterlage (auf
dem Boden, einer Massageliege, dem Bett oder dem Sofa), und der
Behandelnde legt die Hände auf verschiedene Positionen am
Körper des anderen.
Diese Positionen lernt der Behandler während eines Reiki-Kurses.
Manchmal unterscheiden sich die Positionen voneinander, die die
verschiedenen Meister lehren. Allen gemeinsam ist die Reihenfolge Kopf,
Oberkörper und Rücken bei der Behandlung. Eine
Reiki-Behandlung hat 12 bis 20 Positionen. Auf jeder Position liegt die
Hand drei bis fünf Minuten. Mit der Zeit vertieft sich die
Intuition des Reiki-Behandlers, und er setzt selbst Schwerpunkte, wenn
er verspürt, dass eine Stelle mehr oder weniger Energie braucht.
Durch die Einweihungen ist der Behandler an Reiki
angeschlossen. Wenn er die Hände auflegt, dann gibt er nicht seine
Energie, sondern es fließt Reiki-Energie durch seine Hände.
Eine Behandlung laugt den Behandler also nicht aus, es ist eher so, dass
er durch die in ihm fließende Energie selber Heilung erfährt.
Wie heilt Reiki?
Wie genau Reiki funktioniert, ist nicht bekannt. Jeder
Reiki-Praktizierende hat seine eigene Erklärung dafür. In
Asien ist "Ki" bekannt, und es steht außer Frage, dass Heilen mit
"Ki" funktioniert.
Wenn die Hände aufgelegt werden, spüren die meisten Menschen
eine wohltuende Wärme, die sich während der Behandlung im
ganzen Körper ausbreitet. Manche schlafen bei der Behandlung ein
oder fallen in eine Art "Traumzustand" zwischen Einschlafen und Schlafen.
Bekommt man öfter Reiki-Behandlungen, dann fließt dem
Körper soviel Energie zu, dass er anfängt Krankheiten auf
allen Ebenen zu heilen. Reiki aktiviert die Selbstheilungskräfte
und erweckt den "inneren Arzt".
Reiki wirkt auf verschiedenen Ebenen. Manchmal liegt die Ursache der
Krankheit auf einer tieferen Ebene, vielleicht führt eine falsche
Einstellung zu dem körperlichen Problem. Dann kann es sein, dass
Reiki die Ursache direkt angeht, und man dazu gezwungen wird, sich mit
der Ursache auseinanderzusetzen.
Der Reiki-Gebende kann nicht vorhersagen, wie Reiki bei dem
Empfänger wirkt, da er keinen Einfluss auf die Heilung hat.
Meistens werden zumindest die Hände während der
Reiki-Behandlung warm. Dabei muss das Gefühl in der Hand des
Empfängers nicht dem des Gebenden entsprechen. Manchmal sind die
Hände kalt, während der Empfänger eine wohltuende, tief
ausströmende Wärme empfindet.
Generell gilt: Je länger die Erkrankung/das Unwohlsein vorhanden
ist, desto mehr Reiki-Behandlungen müssen gegeben werden, bevor
sich eine Änderung einstellen kann. Zu Beginn einer
Behandlungsserie wird empfohlen, mindestens vier Behandlungen an vier
aufeinander folgenden Tagen zu geben, um "den Stein ins Rollen zu
bringen."
Manchmal kommt es vor, dass Reiki "die Sache noch schlimmer macht". Das
sind dann sogenannte Heilreaktionen, die man schon von der
Homöopathie her kennt: Der Körper merkt, dass ihm geholfen
wird und beginnt, die krankheitsverursachenden Giftstoffe und Keime aus
dem Körper auszuscheiden. Dabei zirkulieren diese noch einmal im
Körper, und die ursprüngliche Reaktion wird noch einmal
ausgelöst. Diese Art der Symptome jedoch sind im Allgemeinen nur
von kurzer Dauer.
Der Reiki-Empfänger erhält durch Reiki mehr
Lebenskraft. Das Lebenslicht, die ureigenste Kraft wird verstärkt,
der eigene innere Arzt wird geweckt. So ist die Heilung, die durch Reiki
passiert, immer individuell auf den Empfänger abgestimmt. Es ist
ein Weg nach Innen, zu sich selbst, ein Weg zum Heilwerden, zum
Ganzwerden auf allen Ebenen.
Reiki und Schulmedizin
Viele Menschen finden zu Reiki, weil sie konkrete
körperliche Leiden haben, bei denen ihnen die herkömmliche
Medizin nicht mehr helfen kann, oder die vorgeschlagenen Eingriffe (z.B.
eine Operation) von dem Heilungssuchenden nicht akzeptiert werden. Wie
einst die Großmeisterin Takata, so hören sie von
verschiedenen alternativen Heilungsmethoden und probieren Reiki aus.
Viele Ärzte haben noch nichts von Reiki gehört und sind,
genervt von dem "Jahrmarkt der alternativen Medizin", Reiki
gegenüber meistens nicht sehr aufgeschlossen. Dabei schließen
sich die beiden Methoden gar nicht gegenseitig aus: Reiki eignet sich
gut zur zusätzlichen Behandlung bei schweren Erkrankungen, die mit
schulmedizinischen Heilverfahren behandelt werden. Und manche
Erkältung verlässt den Körper nach einigen
Reiki-Behandlungen von alleine, ohne dass Medikamente eingenommen werden
mussten. Viel häufiger passiert es jedoch, dass man mit
regelmäßigen Reiki-Behandlungen viel weniger krank wird und
ein allgemein harmonischeres Leben führt.
Die vier Aspekte des Reiki
Wenngleich sich die meisten Menschen für Reiki
interessieren, weil sie körperlich krank sind, so hat Reiki weitere
Aspekte, die meistens erst in der laufenden Anwendung von Reiki wichtig
werden. Phyllis Furumoto hat die vier Aspekte des Reiki wie folgt
beschrieben:
Körperliche Heilung.
Durch wiederholtes Handauflegen werden körperliche Krankheiten
geheilt. Dies ist der Aspekt, der den meisten Reiki-Anwendern vertraut
ist.
Persönliches Wachstum.
Durch die Reiki-Einweihungen und Reiki-Behandlungen wird auch die
Psyche und der Geist des Menschen geheilt. Schlechte Gewohnheiten werden
erkannt und verändert. Beziehungen werden vertieft oder
aufgelöst. Man lernt sich selbst und seine Bedürfnisse besser
kennen und lernt, dies auch anderen gegenüber auszudrücken.
Weil Reiki in diesem menschlichen Bereich so gut helfen kann, verwenden
viele Therapeuten Reiki in ihrer Praxis.
Spirituelle Lehre.
Wenn ein Schüler regelmäßig Reiki anwendet, dann merkt
er, dass die Welt aus mehr besteht, als man sehen kann. Wieso werden die
Hände warm bei Reiki? Wie kann es sein, dass Reiki durch
Einweihungen weitergegeben wird? Woran glaube ich? Was ist mein Beitrag
für die Welt? Der göttliche Funken, der in jedem von uns
schlummert, wird für viele durch Reiki erfahrbar.
Mystischer Orden bzw. mystische Ordnung.
Ein mystischer Orden ist eine "Gemeinschaft von Menschen, die die
gleiche mystische Erfahrung erleben". Wer Reiki ausübt, erlebt das
Wunder der eigenen Heilung. Dies ist ein Aspekt, der vorwiegend von lang
praktizierenden Reiki-Schülern erfahren wird. Er beschreibt die
Verbundenheit von Menschen mit Reiki untereinander.
Diese vier Aspekte erklären einige der Phänomene in Reiki:
Für manche Menschen ist Reiki eine einfache Heilungstechnik.
Für sie ist es daher nicht wichtig, ob ein Reiki-Meister in der
spirituellen Linie steht und was für eine Ausbildung er genossen
hat. Für sie steht unter Umständen nur der Preis im
Vordergrund.
Wer in Reiki eine Technik zur Förderung des persönlichen
Wachstums sieht, der hält nach einem Reiki-Meister Ausschau, der
ihn auch nach dem Kurs darin unterstützen kann.
Wer Reiki als spirituelle Lehre sieht, für den spielt der Preis
für einen Reiki-Kurs eine untergeordnete Rolle. Der Reiki-Meister
muss den Reiki-Weg repräsentieren können und dem Schüler
ein Leben mit Reiki vorleben.
Wer über längere Zeit mit Reiki lebt, der spürt seine
Verbundenheit mit anderen Schülern, die den gleichen Weg gehen.
Hier gibt es keinen "Grund" für Reiki, kein rationales
Abwägen. Hier sind Fragen nach dem "Warum" und "Wie" nicht mehr
angemessen. Entscheidungen kommen aus dem Inneren, und der Reiki-Meister
wird intuitiv gewählt.
Die Wahl des richtigen Meisters
Seit jener Rede von Großmeisterin Furumoto, in der sie
Meistern freistellte, selbst Meister einzuweihen, haben mehr und mehr
Meister diese Freiheit in Anspruch genommen. Mangels eines eindeutigen
Vorbildes sind ganz verschiedene Auffassungen darüber entstanden,
wie Reiki ausgeübt werden sollte oder was ein Reiki-Meister
verkörpert.
In den letzten Jahren sind innerhalb der Reiki-Szene Diskussionen
darüber geführt worden, was zum Usui System gehört, und
was nicht. Nicht immer konnten die Meinungsverschiedenheiten aus dem Weg
geräumt werden, sodass man sich an ein Bild der mannigfaltigen
Ausübungen des Usui System wird gewöhnen müssen.
Andererseits konnte und können nur durch die Vielzahl von Stilen
und Schwerpunkten die vielen Menschen erreicht werden, die Reiki in ihr
Leben aufgenommen haben.
Für denjenigen, der Reiki erst erlernen möchte, ist
es nicht einfach, den richtigen Meister zu finden. Noch vor ein paar
Jahren gab es nur eine Form von Reiki. Heute ist es so wie in vielen
esoterischen Richtungen: Es gibt zwar einen Ursprung, aber viele
Lehrmeinungen und noch mehr Lehrer. Es schadet daher auf keinen Fall,
seinen potientiellen Meister vor der Einweihung kennenzulernen, und sei
es nur, indem man ein längeres Gespräch am Telefon führt.
Manchmal kann es helfen, nach der Ausbildung und nach der spirituellen
Linie seit Takata zu fragen. Das Beste ist es aber - wie sonst auch im
Leben - sich gründlich zu informieren oder vielleicht eine
Empfehlung von einem Bekannten zu bekommen. Oft nützt es auch, sich
selber eine Behandlung geben zu lassen. Letztendlich heißt es
aber, auf das eigene Gefühl zu hören: "Ist dies der Meister
oder die Meisterin, von der oder dem ich Reiki lernen möchte?"
Bestehen Zweifel, dann lohnt es sich, weiterzufragen und sich weiter
umzuhören: Sich Zeit zu lassen ist eine wesentliche Qualität
in Reiki.
In Österreich, Deutschland und in der Schweiz gibt es zur
Zeit ungefähr 10.000 Reiki-Meisterinnen und -Meister. Die meisten
von ihnen haben sich in keiner Organisation zusammengeschlossen, es sind
sogenannte "freie" Reiki-Meister. Auf unseren Linkseiten haben wir
auch eine Auflistung aller Reiki-Organisationen im deutschsprachigen
Raum.
Reiki heute
Reiki berührt immer mehr Menschen und verbreitet sich mit
einer atemberaubenden Schnelligkeit. Gleichzeitig gerät es immer
mehr in das öffentliche Blickfeld. Die zukünftige Entwicklung
von Reiki wird auch davon abhängen, wie Reiki und die Meister sich
in der Zukunft in der Öffentlichkeit präsentieren. Es ist
möglich, dass Reiki-Behandlungen und evtl. auch Reiki-Kurse in
einigen Jahren von den Krankenhäusern eingesetzt werden (wie heute
z.B. Tai-Chi-Kurse). Dann wird sich Reiki vielleicht doch einmal so
verbreitet haben, wie es Großmeisterin Takata’s Vision war: Reiki
sollte ein Wort sein, das jeder kennt.
Copyright 1998-2003 by Jürgen Kindler
Neugierig geworden? Weitere Informationen zu Reiki erhalten Sie hier.
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