Auch wenn es von Reiki-Meister zu Reiki-Meister teilweise erhebliche Unterschiede in den Details der Geschichte gibt, so sind doch die Übereinstimmungen größer als die Unterschiede. Bei der "ungekürzten Fassung" der Reiki-Geschichte kann man eine ganze Stunde zuhören - hier daher nur eine kurze Version.
Usui wusste auf diese Frage keine Antwort, war
jedoch berührt durch die Tiefe und Ehrlichkeit, mit der sie
gestellt worden war. Eigentlich war es etwas, wonach er selber schon
gesucht hatte. Er legte sein Amt nieder und begab sich auf die Suche in verschiedene Teile der Erde. Er dachte sich: In einem christlichen Land würde man wohl mehr darüber wissen, doch fand er keine Hinweise. Bei seinen Reisen erfuhr er, dass in älteren Traditionen des Buddhismus geheilt wurde. Er beschloss, wieder nach Japan zurückzukehren, um dort weiterzusuchen.
Er fand schließlich ein Kloster, in dem es ihm erlaubt war, alte Schriftrollen zu studieren, die vermutlich von einem Schüler Buddhas geschrieben worden waren. Er las und meditierte tief über die dort enthaltenen Worte.
Eines Tages fand er in den Schriften Hinweise auf körperliche Heilung. Er versuchte deren Anwendung, aber kam zu keinem Ergebnis. In einer tiefen, 21-tägigen Meditations- und Fastenzeit auf einem heiligen Berg in der Nähe von Kyoto erhielt er Einsicht, wie die in den heiligen Schriften enthaltenen Symbole und Handlungsanweisungen für Heilung zu verwenden waren. Reiki war geboren.
Gerade heute, sorge dich nicht.
Verdiene dein Brot ehrlich.
Ehre deine Lehrer, die Eltern und die Älteren.
Sei dankbar gegenüber allem, was lebt.
Nach Usui's Tod führten viel seiner
Schüler, die er zum Meister eingeweiht hatte, sein Vermächtnis
fort. Darunter auch Dr. Chujiro Hayashi, ein pensionierter Offizier der
kaiserlichen Marine. Hayashi war Arzt und setzte Reiki systematisch zur
Heilung ein. Er eröffnete eine Klinik in Tokyo und betreute dort
Menschen über einen Zeitraum von sechs Monaten bis zu einem Jahr.
Dabei machte er höchst erstaunliche Erfahrungen und erzielte viele
Heilungen.Frau Hawayo Takata, die einmal Reiki in den Westen bringen sollte, wurde während ihrer Suche nach Heilung ungefähr 1930 in diese Klinik geführt. Takata war 1900 auf der Insel Hawaii geboren worden. Mit dreißig Jahren verlor sie früh und unerwartet ihren Mann. Über diesen Verlust erkrankte sie selbst an einem gutartigen Tumor, den sie in Tokyo operieren lassen wollte. In der Klinik riet ihr mehrfach eine innere Stimme, nach einer anderen Heilmethode zu fragen. Nach kurzem Zögern vertraute sie der Stimme und fragte, ob es vielleicht eine andere Methode der Heilung geben würde.
Sie wurde schließlich in der Klinik von
Dr. Hayashi behandelt, und schon nach zwei oder drei Behandlungen wusste
sie, dass sie Reiki erlernen wollte, um nicht bei jeder Erkrankung von
ihrer Heimatinsel Hawaii nach Japan fahren zu müssen. Trotz
anfänglicher Schwierigkeiten gelang es ihr Hayashi zu
überzeugen. Nach einem Jahr Aufenthalt in Tokyo und intensiver
Praxis in der Klinik von Hayashi erhielt sie den zweiten Grad.
Später hatte Hayashi Vorahnungen, dass Japan bald in einen Krieg mit Amerika eintreten würde. Er rief Takata zu sich und gab ihr Anweisungen, wie sie sich während des Krieges zu verhalten habe, um ohne Schaden davonzukommen. Er selbst starb bald darauf, um einen Konflikt zwischen seinen Vaterlandspflichten und seinem Reiki-Meister-Sein auf ehrenhafte Weise beizulegen. Er ernannte Takata zu seiner Nachfolgerin.
Nach dem zweiten Weltkrieg gab Takata vorwiegend Behandlungen, und dies ganztags. Wo Nachfrage war, unterrichtete sie Reiki-Kurse und verbreitete so Reiki auf dem ganzen amerikanischen Kontinent. Für lange Zeit gab es außer Takata wohl keinen anderen Reiki-Meister in der westlichen Welt. Nach dreißig Jahren Reiki-Praxis begann sie gegen Ende der siebziger Jahre andere Meister einzuweihen. Bei ihrem Tod im Jahre 1980 gab es 22 Reiki-Meister, die von ihr eingeweiht worden waren.
Nach dem Tod von Takata wurde Phyllis Furumoto von den anderen Meistern als Nachfolgerin ihrer Großmutter anerkannt. Doch war dies auch die Zeit, in der sich die ersten eigenen Richtungen entwickelten. So führt Dr. Barbara Ray die "AIRA" (heute: TRTAI) an, die insbesondere in den ersten Jahren eine kritische Haltung den anderen Meistern gegenüber hatte.
Ein Jahr nach dem Tod von Takata rief Phyllis Furumoto die Meister zu einer Gedenkversammlung zu Ehren Takatas zusammen. Aus diesem Treffen entstand später die "Reiki Alliance", eine weltweite Vereinigung von Reiki-Meistern. Furumoto selber ist 1992 aus der Reiki Alliance ausgetreten, weil dies die Organisation in der Entwicklung unterstützen sollte, eine eigene Meinung, unabhängig von der Großmeisterin, zu finden. Dennoch ist sie häufig auf der jährlichen Konferenz der Reiki Alliance anwesend, und hält dort auch Vorträge über Reiki.
Im Jahr 1988 hat Frau Furumoto bekannt gegeben, dass Meister selber Reiki-Meister einweihen dürfen. Obwohl Takata allen Meistern gesagt hatte, dass sie einen Meister einweihen könnten, verzichtete zunächst die überwiegende Zahl zugunsten der Großmeisterin auf diese Möglichkeit.
Wie gesagt, dies ist eine gekürzte Form der Reiki-Geschichte, und einige eigentlich wichtige Details habe ich nur in einem Nebensatz angedeutet. In jedem der gängigen Reiki-Bücher gibt es eine ausführliche Version zu lesen.
Bereits nach dem 1. Grad, der meist an einem Wochenende gelehrt wird, kann man sich und anderen die Hände auflegen.
Während eines Seminars für den ersten Grad lernt der Teilnehmer zwei Formen des Händeauflegens: Die Eigenbehandlung (man hat sich ja selbst immer dabei und kann sich immer und überall Reiki geben), und die Ganzbehandlung. Zusätzlich wird die Reiki-Geschichte erzählt, die Lebensregeln erläutert und Fragen werden beantwortet. Je nach persönlicher Auffassung des Reiki-Meisters wird auch auf Hintergründe von Krankheit und Heilung eingegangen, obwohl diese Zusammenhänge zum Verständnis von Reiki nicht unbedingt notwendig sind. Andere Meister wiederum legen mehr Wert auf Selbsterfahrung und geben den Teilnehmern mehr Raum, emotionale Muster aufzuarbeiten. Das Wichtigste ist jedoch, dass Reiki in den Kursen auch angewandt wird. Während des 1.-Grad-Seminares erhält der Teilnehmer vier Einweihungen.
Die Preise reichen von 50 bis 200 Euro.
Dauer: ca. 2 volle Tage (vier Treffen, manchmal auf vier Abende oder ein verlängertes Wochenende verteilt).
Mit dem 2. Grad erhält man die Möglichkeit, den nicht-körperlichen Bereichen menschlichen Seins (Psyche, Geist, Seele, Verstand) gezielt Reiki zu geben. Auch lernt man, Reiki zu abwesenden Personen zu schicken ("Fernreiki"). Die Möglichkeit, Fernreiki zu schicken, klingt in vielen Ohren sehr unwahrscheinlich. Es ist jedoch millionfach erprobt und es funktioniert.
Während des 2.-Grad-Kurses werden drei sogenannte "Symbole" gelehrt und der Teilnehmer erhält eine Einweihung.
Die Preise für den 2. Grad reichen von 100 bis 600 Euro.
Dauer: 1-2 Tage.
Der 3. Reiki Grad wird "Reiki-Meister", manchmal auch "Reiki-Meister/Lehrer" genannt. Bei einigen Abzweigungen der Überlieferung wird der Meistergrad in weitere Stufen unterteilt und entsprechend gelehrt. Wer Reiki-Meister der klassischen Art ist, kann andere Menschen in den ersten, zweiten und Meister-Grad einweihen. Die Ausbildung zum Reiki-Meister ist nicht einheitlich geregelt und wird von Meister zu Meister äußerst unterschiedlich gehandhabt.
Die Preise für die Meister-Ausbildung reichen dementsprechend von 1.000 bis 10.000 Euro. Dauer: 1 Tag bis zu einem Jahr und länger.
Es gibt mittlerweile auch viele Reiki-Meister und -Meisterinnen, die Einzelkurse anbieten. Die Regel ist jedoch, dass mehrere Reiki-Lernende zu Kursen zusammengefasst werden.
Ein aktuelles Verzeichnis von Reiki-Meistern bietet das Reiki Magazin in seiner Adressliste.
Jede Stufe in dem Usui System der natürlichen Heilung ist ein in sich abgeschlossener Weg zu Reiki und bietet einen "neuen" Zugang zu Reiki. Die einzelnen Grade lassen sich nur schwer vergleichen. Ein Schüler des zweiten Grades hat ganz andere, eigene Erfahrungen und Einsichten mit den Reiki-Symbolen als ein Schüler des ersten Grades mit seinen mehr oder weniger warmen Händen. Auch ein Reiki-Meister übt und praktiziert weiterhin das Handauflegen des 1. Grades.
Reiki ist mit dem ersten Grad eigentlich schon vollständig. Erst in der jüngeren Zeit ist es dazu gekommen, dass der 2. Grad und der Meister-Grad von vielen Leuten erlernt werden. Entgegen weit verbreiteter Meinung besteht keine Notwendigkeit, die zweite Stufe zu erlernen. Viele Meister heben hervor, dass es viel mehr bringt, sich regelmäßig selbst Reiki zu geben, als sich zu schnell auf den nächsten Reiki-Grad zuzubewegen.
"Reiki" ist ein japanisches Wort. Im Japanischen werden Worte
durch Bilder repräsentiert. So läßt sich auch für
das Reiki-Schriftzeichen eine reiche Bildsprache zurückverfolgen.
Die gegenwärtige Schreibweise stellt die vereinfachte Schreibform
der japanischen Gegenwart dar. "Rei" (die obere Hälfte des
Zeichens) bedeutet "universal", "Ki" (die untere Hälfte) bedeutet
"Kraft". "Ki" ist ein häufig verwendeter Ausdruck in der asiatischen Kultur. Alles ist von Ki durchdrungen. Ohne Ki lebt nichts. In den Kampfsportarten wird mit Ki gekämpft, bei Reiki wird mit einer speziellen Form des Ki, eben Rei-ki, geheilt, oder besser: das ReiKi des Behandelten wird verstärkt, bzw. bei der Einweihung wird der Eingeweihte mit seiner eigenen Urkraft wiederverbunden. Einige kennen den Begriff "Ki" aus eigener Erfahrung: Auch in dem Wort "Qi Gong" und "Tai Chi Chuan" steckt das Wort "Ki".
In jedem Reiki-Kurs gibt es eine oder mehrere "Einweihungen".
Dies ist der für viele rational denkende Menschen am wenigsten
nachvollziehbare Teil in Reiki, zumal die Teilnehmer gebeten werden, die
Augen zu schließen. Die Einweihungen, von manchen Meistern auch
"Einstimmungen" genannt, sind vermutlich der wichtigste Teil von Reiki,
denn durch sie wird Reiki "eingeschaltet".
Rein äußerlich betrachtet, führt der Meister dabei an
dem Reiki-Schüler ein Ritual aus, welches er von seinem Meister
erhalten hat. Was innerlich passiert, ist schwer zu beschreiben. Jeder
Meister hat dabei seine eigenen, tiefen Erfahrungen und entwickelt dabei
sein eigenes, tieferes Verständnis für Reiki.
So wie Menschen verschieden sind, so haben auch die Schüler ganz
verschiedene Eindrücke von den Einweihungen: Während die einen
nichts besonderes spüren, sind andere tief berüht, weinen,
oder machen andere tiefgreifende Erfahrungen während der
Einweihungen.
Durch das Ritual wird der Schüler auf "wundersame" Weise mit Reiki
verbunden. Manche Meister erklären es so, dass der Schüler
wieder an seine in ihm liegende Reiki-Kraft erinnert wird. Andere
wiederum führen aus, dass ein "Reiki-Kanal" geöffnet wird oder
dass verschiedene Chakren aktiviert werden.
Wie die Erklärung auch heißen mag, letztendlich bleibt
dieser Teil von Reiki "unverständlich" in dem Sinne, dass er durch
den normal denkenden, linearen Verstand nicht erfasst werden kann.
Wenn jemand sagt, er "bekomme Reiki", dann meint er meistens,
dass er eine "Reiki-Behandlung" erhält. Jeder, der den ersten
Reiki-Grad erlernt hat, kann sich und andere Menschen mit Reiki
behandeln. So eine Behandlung dauert in der Regel sechzig bis neunzig
Minuten. Der Behandelte liegt dabei auf einer bequemen Unterlage (auf
dem Boden, einer Massageliege, dem Bett oder dem Sofa), und der
Behandelnde legt die Hände auf verschiedene Positionen am
Körper des anderen.
Diese Positionen lernt der Behandler während eines Reiki-Kurses.
Manchmal unterscheiden sich die Positionen voneinander, die die
verschiedenen Meister lehren. Allen gemeinsam ist die Reihenfolge Kopf,
Oberkörper und Rücken bei der Behandlung. Eine
Reiki-Behandlung hat 12 bis 20 Positionen. Auf jeder Position liegt die
Hand drei bis fünf Minuten. Mit der Zeit vertieft sich die
Intuition des Reiki-Behandlers, und er setzt selbst Schwerpunkte, wenn
er verspürt, dass eine Stelle mehr oder weniger Energie braucht.
Durch die Einweihungen ist der Behandler an Reiki angeschlossen. Wenn er die Hände auflegt, dann gibt er nicht seine Energie, sondern es fließt Reiki-Energie durch seine Hände. Eine Behandlung laugt den Behandler also nicht aus, es ist eher so, dass er durch die in ihm fließende Energie selber Heilung erfährt.
Wenn die Hände aufgelegt werden, spüren die meisten Menschen eine wohltuende Wärme, die sich während der Behandlung im ganzen Körper ausbreitet. Manche schlafen bei der Behandlung ein oder fallen in eine Art "Traumzustand" zwischen Einschlafen und Schlafen.
Bekommt man öfter Reiki-Behandlungen, dann fließt dem Körper soviel Energie zu, dass er anfängt Krankheiten auf allen Ebenen zu heilen. Reiki aktiviert die Selbstheilungskräfte und erweckt den "inneren Arzt".
Reiki wirkt auf verschiedenen Ebenen. Manchmal liegt die Ursache der Krankheit auf einer tieferen Ebene, vielleicht führt eine falsche Einstellung zu dem körperlichen Problem. Dann kann es sein, dass Reiki die Ursache direkt angeht, und man dazu gezwungen wird, sich mit der Ursache auseinanderzusetzen.
Der Reiki-Gebende kann nicht vorhersagen, wie Reiki bei dem Empfänger wirkt, da er keinen Einfluss auf die Heilung hat. Meistens werden zumindest die Hände während der Reiki-Behandlung warm. Dabei muss das Gefühl in der Hand des Empfängers nicht dem des Gebenden entsprechen. Manchmal sind die Hände kalt, während der Empfänger eine wohltuende, tief ausströmende Wärme empfindet.
Generell gilt: Je länger die Erkrankung/das Unwohlsein vorhanden ist, desto mehr Reiki-Behandlungen müssen gegeben werden, bevor sich eine Änderung einstellen kann. Zu Beginn einer Behandlungsserie wird empfohlen, mindestens vier Behandlungen an vier aufeinander folgenden Tagen zu geben, um "den Stein ins Rollen zu bringen."
Manchmal kommt es vor, dass Reiki "die Sache noch schlimmer macht". Das sind dann sogenannte Heilreaktionen, die man schon von der Homöopathie her kennt: Der Körper merkt, dass ihm geholfen wird und beginnt, die krankheitsverursachenden Giftstoffe und Keime aus dem Körper auszuscheiden. Dabei zirkulieren diese noch einmal im Körper, und die ursprüngliche Reaktion wird noch einmal ausgelöst. Diese Art der Symptome jedoch sind im Allgemeinen nur von kurzer Dauer.
Der Reiki-Empfänger erhält durch Reiki mehr Lebenskraft. Das Lebenslicht, die ureigenste Kraft wird verstärkt, der eigene innere Arzt wird geweckt. So ist die Heilung, die durch Reiki passiert, immer individuell auf den Empfänger abgestimmt. Es ist ein Weg nach Innen, zu sich selbst, ein Weg zum Heilwerden, zum Ganzwerden auf allen Ebenen.
Viele Ärzte haben noch nichts von Reiki gehört und sind, genervt von dem "Jahrmarkt der alternativen Medizin", Reiki gegenüber meistens nicht sehr aufgeschlossen. Dabei schließen sich die beiden Methoden gar nicht gegenseitig aus: Reiki eignet sich gut zur zusätzlichen Behandlung bei schweren Erkrankungen, die mit schulmedizinischen Heilverfahren behandelt werden. Und manche Erkältung verlässt den Körper nach einigen Reiki-Behandlungen von alleine, ohne dass Medikamente eingenommen werden mussten. Viel häufiger passiert es jedoch, dass man mit regelmäßigen Reiki-Behandlungen viel weniger krank wird und ein allgemein harmonischeres Leben führt.
Wenngleich sich die meisten Menschen für Reiki
interessieren, weil sie körperlich krank sind, so hat Reiki weitere
Aspekte, die meistens erst in der laufenden Anwendung von Reiki wichtig
werden. Phyllis Furumoto hat die vier Aspekte des Reiki wie folgt
beschrieben:
Körperliche Heilung.
Durch wiederholtes Handauflegen werden körperliche Krankheiten
geheilt. Dies ist der Aspekt, der den meisten Reiki-Anwendern vertraut
ist.
Persönliches Wachstum.
Durch die Reiki-Einweihungen und Reiki-Behandlungen wird auch die
Psyche und der Geist des Menschen geheilt. Schlechte Gewohnheiten werden
erkannt und verändert. Beziehungen werden vertieft oder
aufgelöst. Man lernt sich selbst und seine Bedürfnisse besser
kennen und lernt, dies auch anderen gegenüber auszudrücken.
Weil Reiki in diesem menschlichen Bereich so gut helfen kann, verwenden
viele Therapeuten Reiki in ihrer Praxis.
Spirituelle Lehre.
Wenn ein Schüler regelmäßig Reiki anwendet, dann merkt
er, dass die Welt aus mehr besteht, als man sehen kann. Wieso werden die
Hände warm bei Reiki? Wie kann es sein, dass Reiki durch
Einweihungen weitergegeben wird? Woran glaube ich? Was ist mein Beitrag
für die Welt? Der göttliche Funken, der in jedem von uns
schlummert, wird für viele durch Reiki erfahrbar.
Mystischer Orden bzw. mystische Ordnung.
Ein mystischer Orden ist eine "Gemeinschaft von Menschen, die die
gleiche mystische Erfahrung erleben". Wer Reiki ausübt, erlebt das
Wunder der eigenen Heilung. Dies ist ein Aspekt, der vorwiegend von lang
praktizierenden Reiki-Schülern erfahren wird. Er beschreibt die
Verbundenheit von Menschen mit Reiki untereinander.
Diese vier Aspekte erklären einige der Phänomene in Reiki:
Für manche Menschen ist Reiki eine einfache Heilungstechnik.
Für sie ist es daher nicht wichtig, ob ein Reiki-Meister in der
spirituellen Linie steht und was für eine Ausbildung er genossen
hat. Für sie steht unter Umständen nur der Preis im
Vordergrund.
Wer in Reiki eine Technik zur Förderung des persönlichen
Wachstums sieht, der hält nach einem Reiki-Meister Ausschau, der
ihn auch nach dem Kurs darin unterstützen kann.
Wer Reiki als spirituelle Lehre sieht, für den spielt der Preis
für einen Reiki-Kurs eine untergeordnete Rolle. Der Reiki-Meister
muss den Reiki-Weg repräsentieren können und dem Schüler
ein Leben mit Reiki vorleben.
Wer über längere Zeit mit Reiki lebt, der spürt seine
Verbundenheit mit anderen Schülern, die den gleichen Weg gehen.
Hier gibt es keinen "Grund" für Reiki, kein rationales
Abwägen. Hier sind Fragen nach dem "Warum" und "Wie" nicht mehr
angemessen. Entscheidungen kommen aus dem Inneren, und der Reiki-Meister
wird intuitiv gewählt.
Seit jener Rede von Großmeisterin Furumoto, in der sie
Meistern freistellte, selbst Meister einzuweihen, haben mehr und mehr
Meister diese Freiheit in Anspruch genommen. Mangels eines eindeutigen
Vorbildes sind ganz verschiedene Auffassungen darüber entstanden,
wie Reiki ausgeübt werden sollte oder was ein Reiki-Meister
verkörpert.
In den letzten Jahren sind innerhalb der Reiki-Szene Diskussionen
darüber geführt worden, was zum Usui System gehört, und
was nicht. Nicht immer konnten die Meinungsverschiedenheiten aus dem Weg
geräumt werden, sodass man sich an ein Bild der mannigfaltigen
Ausübungen des Usui System wird gewöhnen müssen.
Andererseits konnte und können nur durch die Vielzahl von Stilen
und Schwerpunkten die vielen Menschen erreicht werden, die Reiki in ihr
Leben aufgenommen haben.
Für denjenigen, der Reiki erst erlernen möchte, ist
es nicht einfach, den richtigen Meister zu finden. Noch vor ein paar
Jahren gab es nur eine Form von Reiki. Heute ist es so wie in vielen
esoterischen Richtungen: Es gibt zwar einen Ursprung, aber viele
Lehrmeinungen und noch mehr Lehrer. Es schadet daher auf keinen Fall,
seinen potientiellen Meister vor der Einweihung kennenzulernen, und sei
es nur, indem man ein längeres Gespräch am Telefon führt.
Manchmal kann es helfen, nach der Ausbildung und nach der spirituellen
Linie seit Takata zu fragen. Das Beste ist es aber - wie sonst auch im
Leben - sich gründlich zu informieren oder vielleicht eine
Empfehlung von einem Bekannten zu bekommen. Oft nützt es auch, sich
selber eine Behandlung geben zu lassen. Letztendlich heißt es
aber, auf das eigene Gefühl zu hören: "Ist dies der Meister
oder die Meisterin, von der oder dem ich Reiki lernen möchte?"
Bestehen Zweifel, dann lohnt es sich, weiterzufragen und sich weiter
umzuhören: Sich Zeit zu lassen ist eine wesentliche Qualität
in Reiki.
In Österreich, Deutschland und in der Schweiz gibt es zur
Zeit ungefähr 10.000 Reiki-Meisterinnen und -Meister. Die meisten
von ihnen haben sich in keiner Organisation zusammengeschlossen, es sind
sogenannte "freie" Reiki-Meister. Auf unseren Linkseiten haben wir
auch eine Auflistung aller Reiki-Organisationen im deutschsprachigen
Raum.
Reiki berührt immer mehr Menschen und verbreitet sich mit
einer atemberaubenden Schnelligkeit. Gleichzeitig gerät es immer
mehr in das öffentliche Blickfeld. Die zukünftige Entwicklung
von Reiki wird auch davon abhängen, wie Reiki und die Meister sich
in der Zukunft in der Öffentlichkeit präsentieren. Es ist
möglich, dass Reiki-Behandlungen und evtl. auch Reiki-Kurse in
einigen Jahren von den Krankenhäusern eingesetzt werden (wie heute
z.B. Tai-Chi-Kurse). Dann wird sich Reiki vielleicht doch einmal so
verbreitet haben, wie es Großmeisterin Takata’s Vision war: Reiki
sollte ein Wort sein, das jeder kennt.
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